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Termine 2008 Orlando di Lasso Ensemble Vokalmusik
Fotograf: Niels Rohenkohl

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Foto: Ars Musica

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"Nun ist der Beweis endgültig erbracht: Auch im heutigen Massenklassikbetrieb kann man der Musik ihre Erlebnishaftigkeit zurückgeben, ohne die inhaltliche Dimension beschneiden zu müssen."

Franz Kotteder /Süddeutsche Zeitung vom 24.10.2003



Das Orlando di Lasso Ensemble gehört zu den führenden Vokalensembles Alter Musik. Sein Anliegen ist es, die Ausdruckswelten von Vokalmusik des 15. bis 17. Jahrhunderts einem heutigen Publikum zugänglich und erfahrbar zu machen. Studium der Originalquellen und expressives Musizieren stehen dabei gleichermaßen im Blickpunkt. Einen Schwerpunkt der Arbeit des Ensembles bildet das in seiner überbordenden Stilvielfalt und künstlerischen Tiefe einzigartige Gesamtwerk des Namenspatrons Lasso, mit dem die Vokalpolyphonie der Spätrenaissance an der Schwelle zur Musik der seconda prattica und der frühen Oper zu einer letzten Hochblüte geführt wird.

Daneben gilt das besondere Interesse des Ensembles seit einiger Zeit italienischen Madrigalen der Stilwende von Komponisten wie Monteverdi, Gesualdo, Marenzio, Strozzi, Valentini u.a.. In diesem Zusammenhang ist auch die Berliner Inszenierung 1996 von Orazio Vecchis Madrigalkomödie "L'Amfiparnaso" in Kooperation mit der Berliner Kammeroper hervorzuheben, die von Publikum und Medien euphorisch aufgenommen wurde sowie die CD-Veröffentlichung der Madrigale von Heinrich Schütz.

Mehr und mehr hat sich das Ensemble zur Aufgabe gemacht, bisher unbekannte Musik nach den Originalquellen zu edieren und zur Aufführung zu bringen, wie zuletzt Werke von Melchior Franck und venezianischen Komponisten aus dem Umkreis von Claudio Monteverdi. Seit mehreren Jahren verbindet das Orlando di Lasso Ensemble eine enge Zusammenarbeit mit dem Freiburger Barock Consort.

Die Sänger des Orlando di Lasso Ensemble arbeiten als Solisten mit renommierten Dirigenten Alter Musik wie Philippe Herreweghe, Thomas Hengelbrock, Frieder Bernius, Hermann Max u.a. zusammen. Das Ensemble konzertiert in ganz Deutschland, im europäischen Ausland und ist zu Gast bei internationalen Musikfestivals wie Rheingau Musikfestival, Schwetzinger Festspiele, Utrecht-Festival Oude Muziek, Styriarte, MDR-Musiksommer u.a. sowie bei deutschen und ausländischen Rundfunkanstalten. Einladungen des Goethe-Institutes führten das Ensemble auf Konzertreisen nach Bolivien, Kolumbien und Mexiko.

Besondere internationale Anerkennung erhielt das Ensemble für seine CD-Veröffentlichungen: Für die Produktion "Paradisus Musicus" mit Werken von Melchior Franck und die Gesamteinspielungen der Madrigalbücher von Heinrich Schütz und Barbara Strozzi erhielt das Ensemble den Deutschen Schallplattenpreis Echo Klassik der Jahre 1998, 1999 und 2001, den französischen Schallplattenpreis Diapason d'Or de l'Année 1999, sowie den Cannes Classical Award 2000.

Detlef Bratschke
Der Dirigent, Cembalist und Organist Detlef Bratschke hat schon früh eine intensive musikalische Ausbildung in den Reihen des Knabenchores Hannover unter der Leitung von Heinz Hennig erfahren. Hier konnte er bereits prägende Erfahrungen in der Arbeit mit Musikerpersönlichkeiten wie Gustav Leonhardt und Philippe Herreweghe machen, unter dessen Leitung er als Sopransolist bei der Gesamteinspielung des Bachschen Kantatenwerkes mitwirkte. Seit seinem 17. Lebensjahr war er im Knabenchor Hannover pädagogisch tätig und hat bei der Einstudierung eines umfangreichen chormusikalischen Repertoires mitgewirkt.

Detlef Bratschke studierte Kirchenmusik in Hannover und Freiburg i. Br. (Dirigieren bei Heinz Hennig und Hans-Michael Beuerle, Orgel bei Ulrich Bremsteller und Zsigmond Szathmáry).

Wesentliche Impulse erhielt Detlef Bratschke durch seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock. Außerdem hatte er die Gelegenheit, umfangreiche Erfahrungen zu sammeln in der Begegnung mit Musikerpersönlichkeiten wie Ton Koopman, Frieder Bernius, Howard Arman, Reinhard Goebel, René Jacobs, Joshua Rifkin u.a.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Leitung des von ihm gegründeten und geleiteten Orlando di Lasso Ensembles, einer Gruppe von Vokalsolisten, die sich auf die Musik des 15.-17. Jahrhunderts spezialisiert hat. Das Ensemble gehört seit Jahren zu den führenden Gruppen in diesem Repertoirebereich. Es konzertierte im Inland, dem europäischen Ausland, sowie zuletzt in den lateinamerikanischen Ländern Bolivien, Kolumbien und Mexiko und ist regelmäßig bei internationalen Festivals Alter Musik präsent. Darüber hinaus wurde das Ensemble mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichtnet (Diapason d’Or de l’Année, Cannes Classical Award, Echo Klassik).

Seit 1992 ist Detlef Bratschke künstlerischer Direktor des Balthasar-Neumann-Chores (Dir. Thomas Hengelbrock). Bei einer großen Zahl der Projekte des Ensembles ist Detlef Bratschke für die Einstudierung verantwortlich. Als Dirigent des Balthasar-Neumann-Chores trat er u.a. beim Resonanzen-Festival des Wiener Konzerthauses, beim Flandern-Festival und dem Bremer Musikfest auf. Daneben folgten Einladungen zu verschiedenen Projekten des RIAS-Kammerchores und des NDR-Chores.

Von 2001 bis 2006 hatte Detlef Bratschke als Dirigent die ständige musikalische Leitung der Neuen Innsbrucker Hofkapelle übernommen. Dieses Ensemble hat sich zum Ziel gesetzt, Musik die in Tirol komponiert oder veröffentlicht wurde, zu Tage zu fördern, größtenteils erstmalig wieder aufzuführen und auf CD zu dokumentieren. Diese Musik von höchster künstlerischer Qualität hat bisher völlig zu Unrecht wenig Beachtung gefunden.

Detlef Bratschke ist seit 2007 Professor für historische Aufführungspraxis und Vokalensembles Alte Musik sowie Stellvertretender Dekan des Fachbereichs Musik an der Hochschule für Künste Bremen.